Am 27. Juni 2026 sind zwei Spaghetti-Eis, ein kleines Eis, ein Proteinshake, 70 g Kohlenhydrate und ein 30-minütiger Prodigy-Ride dokumentiert. Die Kurve zeigt die gemeinsame Wirkung dieses Tagesablaufs; sie kann Essen und Training nicht getrennt bewerten.
Der Ablauf
Zwischen Essensnotiz und Trainingsstart lagen nur etwa 14 Minuten. Der Wert war zu diesem Zeitpunkt bereits von rund 132 auf 117 mg/dl gefallen. Während und nach dem Ride sank er zunächst bis 110 mg/dl, stieg anschließend aber auf 165 mg/dl. Diese Kurve ist kein Beleg dafür, dass der Ride „nicht funktioniert“ hat. Sie zeigt vielmehr, wie schwer eine Mahlzeit und eine unmittelbar folgende Belastung auseinanderzuhalten sind.
Was ich daraus lerne
Ein Training ist keine rechnerische Gegenbuchung zu Kohlenhydraten. Bei einem frühen Start können Aufnahme aus dem Darm, Muskelverbrauch, Stresshormone und die Glukosebereitstellung der Leber gleichzeitig wirken. Deshalb dokumentiere ich künftig Portion, Zeitpunkt, Startwert, Ride-Dauer und mindestens drei Stunden Nachbeobachtung.
Grenzen
Ein Tag, keine Kontrollbedingung, keine standardisierte Portion und CGM-Verzögerung: Das Ergebnis ist eine persönliche Fallbeschreibung, keine Empfehlung.
Quellen und methodische Einordnung
- American Diabetes Association, Standards of Care in Diabetes—2026: Physical activity and exercise
- Trefts et al., Exercise and the Regulation of Hepatic Metabolism
- Bergenstal et al., Glucose Management Indicator (GMI)
- Zaharieva et al., CGM lag during aerobic exercise
- Emhoff et al., Gluconeogenesis and hepatic glycogenolysis during exercise
Die Werte in diesem Beitrag stammen von meinem eigenen Sensor (FreeStyle Libre 3) und sind eine Einzelfallbeobachtung (n = 1) – sie zeigen ein Muster bei mir, keine Regel für dich. Jede Aussage ist als gesichert, plausibel oder offen gekennzeichnet, und zeitliche Nähe gilt nie als Beweis für eine Ursache. Wie ich Zeitfenster, Sensorlatenz, Einflussfaktoren und Freigabe handhabe, steht gesammelt auf einer Seite. Zur Methodik
