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Glossar

Zwölf Begriffe, die dir in Laborberichten, Arztgesprächen und auf dieser Website immer wieder begegnen – jeweils in zwei bis drei Sätzen erklärt, mit Grenzwerten in mg/dl und mmol/l. Die Werte sind allgemeine Orientierung; deine persönlichen Ziele legst du mit deinem Behandlungsteam fest.

HbA1c
HbA1c ist der Anteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, an den sich Glukose angelagert hat, und spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten etwa acht bis zwölf Wochen wider. Werte unter 5,7 % gelten als normal, 5,7–6,4 % als Prädiabetes und 6,5 % oder mehr als Diabetes. Der Wert zeigt den Durchschnitt, nicht die Schwankungen – zwei Menschen mit gleichem HbA1c können sehr unterschiedliche Kurven haben.
Nüchternblutzucker
Der Nüchternblutzucker ist die Glukosekonzentration im Blut nach mindestens acht Stunden ohne Nahrung, meist morgens vor dem Frühstück gemessen. Werte unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l) gelten als normal, 100–125 mg/dl (5,6–6,9 mmol/l) als gestörte Nüchternglukose und 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder mehr – an zwei verschiedenen Tagen gemessen – als Diabetes. Stress, schlechter Schlaf und das Dawn-Phänomen können den Morgenwert nach oben verschieben.
HOMA-IR
HOMA-IR ist ein Rechenwert für die Insulinresistenz, der aus Nüchternglukose und Nüchterninsulin gebildet wird (Glukose in mg/dl mal Insulin in µU/ml geteilt durch 405). Werte um 1 gelten als unauffällig, Werte über etwa 2 bis 2,5 weisen je nach Labor auf eine Insulinresistenz hin. Der Index ist eine Schätzung und schwankt mit Tagesform und Messmethode, deshalb gilt er nur in Verbindung mit anderen Befunden.
TyG-Index
Der TyG-Index ist ein Rechenwert aus Nüchtern-Triglyceriden und Nüchternglukose, der ohne Insulinmessung auf eine Insulinresistenz hinweisen kann. Er berechnet sich als natürlicher Logarithmus von (Triglyceride in mg/dl mal Glukose in mg/dl geteilt durch 2); Werte über etwa 8,5 bis 8,8 gelten in Studien als Hinweis auf eine Insulinresistenz. Da beide Ausgangswerte zum Standardlabor gehören, ist der Index günstig und leicht wiederholbar.
Time in Range (TIR)
Time in Range ist der Anteil der Zeit, in dem ein per CGM gemessener Glukosewert im Zielbereich von 70–180 mg/dl (3,9–10,0 mmol/l) liegt. Für die meisten Erwachsenen mit Diabetes gilt ein Anteil von über 70 % als Ziel, das entspricht knapp 17 Stunden am Tag. Ergänzend werden die Zeit darunter (Time below Range) und darüber (Time above Range) betrachtet, denn Unterzuckerungen sollen möglichst selten sein.
GMI
Der Glukose-Management-Indikator (GMI) ist ein aus dem CGM-Mittelwert berechneter Schätzwert, der angibt, welchem HbA1c der gemessene Durchschnitt ungefähr entspricht. Die Formel lautet GMI (%) = 3,31 + 0,02392 × mittlere Glukose in mg/dl. Der GMI kann vom Labor-HbA1c um einige Zehntelprozent abweichen, weil er nur den Sensorzeitraum abbildet und individuelle Unterschiede im Hämoglobin nicht kennt.
Dawn-Phänomen
Das Dawn-Phänomen ist ein Anstieg des Blutzuckers in den frühen Morgenstunden, etwa zwischen 3 und 8 Uhr, ohne dass gegessen wurde. Ursache ist der morgendliche Anstieg gegenregulatorischer Hormone wie Cortisol und Wachstumshormon, die die Leber zur Glukoseabgabe anregen; bei Insulinresistenz oder zu geringer Insulinwirkung reicht die Insulinantwort nicht aus, um diesen Anstieg abzufangen. Es erklärt, warum der Nüchternwert morgens höher sein kann als der Wert vor dem Schlafengehen.
Insulinresistenz
Insulinresistenz bedeutet, dass Muskel-, Leber- und Fettzellen schwächer auf Insulin reagieren und die Bauchspeicheldrüse deshalb mehr davon ausschütten muss, um den Blutzucker im Bereich zu halten. Sie entwickelt sich oft Jahre vor einem Typ-2-Diabetes und bleibt lange unbemerkt, weil der Blutzucker zunächst normal bleibt. Bewegung, Gewichtsabnahme und Schlaf können die Insulinempfindlichkeit messbar verbessern.
Remission
Remission bei Typ-2-Diabetes bedeutet nach internationaler Definition, dass der HbA1c mindestens drei Monate nach Absetzen aller blutzuckersenkenden Medikamente unter 6,5 % (48 mmol/mol) liegt. Remission ist keine Heilung: Die Veranlagung bleibt, und der Diabetes kann zurückkehren, weshalb regelmäßige Kontrollen weiterhin nötig sind. Das Absetzen von Medikamenten gehört immer in ärztliche Hand.
CGM
CGM steht für kontinuierliche Glukosemessung: Ein kleiner Sensor am Oberarm oder Bauch misst rund um die Uhr die Glukose in der Gewebeflüssigkeit unter der Haut und überträgt die Werte an ein Lesegerät oder Smartphone. Weil die Gewebeflüssigkeit dem Blut einige Minuten hinterherhinkt, kann die Anzeige bei schnellen Änderungen verzögert sein. Der Nutzen liegt im Verlauf: Du siehst Anstiege, Abfälle und Muster, die eine einzelne Blutmessung nie zeigen würde.
Glykämischer Index (GI)
Der glykämische Index beschreibt, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzucker im Vergleich zu Traubenzucker (GI = 100) ansteigen lässt. Werte bis 55 gelten als niedrig, 56–69 als mittel und ab 70 als hoch. Der GI sagt nichts über die Portionsgröße; dafür gibt es die glykämische Last, und die tatsächliche Reaktion hängt zusätzlich von Zubereitung, Begleitstoffen und dir selbst ab.
Prädiabetes
Prädiabetes ist eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes, bei der die Blutzuckerwerte über dem Normalbereich, aber noch unter der Diabetes-Schwelle liegen: HbA1c 5,7–6,4 %, Nüchternglukose 100–125 mg/dl (5,6–6,9 mmol/l) oder ein 2-Stunden-Wert im Zuckerbelastungstest von 140–199 mg/dl (7,8–11,0 mmol/l). In diesem Stadium lässt sich der Übergang zum Diabetes durch Lebensstiländerungen häufig verzögern oder vermeiden. Deshalb lohnt es sich, die Werte ernst zu nehmen, bevor Beschwerden auftreten.