Zum Hauptinhalt springen
Wissen, das wir gemeinsam aufbauen Ehrlich und transparent Von echten Menschen mit echten Daten

Zuckerersatzstoffe im Überblick: welcher hebt den Blutzucker – und welcher nicht?

Erythrit, Xylit, Maltit – die Namen klingen ähnlich, die Wirkung auf den Blutzucker ist aber sehr verschieden. Diese kompakte Übersicht ordnet die wichtigsten Zuckeralkohole ein: was sie mit dem Blutzucker machen, wie sie vertragen werden und worauf man achten sollte.

Autor: Sascha Radermacher
Zuletzt aktualisiert: 13.07.2026
Evidenz: gesichert
Zuckeralkohole im Schnellvergleich Vergleichstabelle. Erythrit: Blutzucker null Wirkung, sehr gut verträglich, kalorienfrei. Xylit, auch Birkenzucker genannt: Blutzucker geringe Wirkung, gut für die Zähne, kann ab etwa 20 bis 30 Gramm abführend wirken. Maltit: hebt den Blutzucker spürbar, Vorsicht. Ampel-Bewertung von grün für günstig bis rot für Vorsicht. Zuckeralkohole im Schnellvergleich Stoff Blutzucker Besonderheit Ampel Erythrit (Eritrit) keine Wirkung kalorienfrei, sehr gut verträglich Xylit = Birkenzucker gering (GI ~7–13) gut für die Zähne; ab ~20–30 g abführend Maltit (Maltitit) spürbar (GI 35) hebt den Blutzucker am stärksten – Vorsicht 🐕 Wichtig für Hundehalter Xylit (Birkenzucker) ist für Hunde giftig – schon kleine Mengen können gefährlich sein.
Abb. 1: Die gängigen Zuckeralkohole im Schnellvergleich – Blutzuckerwirkung, Besonderheiten und eine Ampel-Einordnung.

Zuckeralkohole (Polyole) süßen ähnlich wie Zucker, wirken aber unterschiedlich stark auf den Blutzucker. Hier die vier, die dir am häufigsten begegnen – kompakt und auf den Punkt.

Erythrit: der blutzuckerneutrale Favorit

Evidenzstufe: gesichert

Erythrit lässt den Blutzucker praktisch nicht steigen (glykämischer Index um 0) und ist kalorienfrei. Es wird zum größten Teil unverändert wieder ausgeschieden und ist deshalb meist auch gut verträglich – wirkt sich aber in größeren Mengen bei manchen Menschen leicht auf die Verdauung aus. Für Blutzucker-Bewusste ist es damit der unkomplizierteste Kandidat.

Xylit (Birkenzucker): zahnfreundlich, mit kleinem Blutzuckereffekt

Evidenzstufe: gesichert

Xylit – oft als Birkenzucker verkauft (es ist derselbe Stoff) – hebt den Blutzucker nur wenig (GI ~7–13, weitgehend insulinunabhängig). Sein Pluspunkt: Es gilt als gut für die Zähne, weil Kariesbakterien es nicht zu Säure verstoffwechseln können. Der Nachteil: Ab etwa 20–30 g pro Tag kann es abführend wirken und Blähungen auslösen.

⚠️ Wichtig für Hundehalter

Xylit (Birkenzucker) ist für Hunde giftig – schon kleine Mengen können zu gefährlichem Blutzuckerabfall und Leberschäden führen. Xylit-haltige Lebensmittel unbedingt außerhalb der Reichweite von Hunden aufbewahren.

Maltit: der Problemfall unter den Zuckeralkoholen

Evidenzstufe: gesichert

Maltit ist die Ausnahme: Es hebt den Blutzucker spürbar (GI 35 – etwa halb so hoch wie Haushaltszucker) und kann zudem abführend wirken. Es steckt oft in „zuckerfreier” Schokolade. Wer auf den Blutzucker achtet, sollte bei Maltit besonders aufmerksam die Zutatenliste lesen. Warum das so ist und wie „zuckerfrei” in die Irre führen kann, steht ausführlich im Beitrag zu den „zuckerfreien” Süßigkeiten.

ℹ️ Und die anderen?

Weitere Zuckeralkohole wie Sorbit und Isomalt (GI ~9) sowie Mannit (GI ~0) liegen zwischen Erythrit und Maltit. Auch für sie gilt: In größeren Mengen können Polyole die Verdauung belasten – die EU schreibt ab bestimmten Mengen sogar einen Hinweis auf die mögliche abführende Wirkung vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erythrit: hebt den Blutzucker nicht, kalorienfrei, meist gut verträglich.
  • Xylit (Birkenzucker): kleiner Blutzuckereffekt, gut für die Zähne, ab ~20–30 g abführend – und giftig für Hunde.
  • Maltit: hebt den Blutzucker spürbar (GI 35) – der Problemfall.
  • Zutatenliste lesen: Der Name des Süßungsmittels entscheidet über die Blutzuckerwirkung.

Quellen

Quellenstand: 13.07.2026.

  1. Erythrit GI ~0, kalorienfrei, wird großteils unverändert ausgeschieden, gute Verträglichkeit. Nährstoffallianz / Xucker-Magazin. naehrstoffallianz.dsgip.de
  2. Xylit = Birkenzucker, GI ~7–13, insulinunabhängig, zahnfreundlich; ab ~20–30 g abführend. gesundfit.de / berlin-smile.de. gesundfit.de
  3. Xylit ist für Hunde giftig (Blutzuckerabfall, Leberschäden). IKK classic / gesundfit.de. ikk-classic.de
  4. Maltit GI 35 (höchster der gängigen Polyole); mögliche abführende Wirkung. Livesey 2003 (PubMed 19087388). pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19087388