Zuckeralkohole (Polyole) süßen ähnlich wie Zucker, wirken aber unterschiedlich stark auf den Blutzucker. Hier die vier, die dir am häufigsten begegnen – kompakt und auf den Punkt.
Erythrit: der blutzuckerneutrale Favorit
Evidenzstufe: gesichert
Erythrit lässt den Blutzucker praktisch nicht steigen (glykämischer Index um 0) und ist kalorienfrei. Es wird zum größten Teil unverändert wieder ausgeschieden und ist deshalb meist auch gut verträglich – wirkt sich aber in größeren Mengen bei manchen Menschen leicht auf die Verdauung aus. Für Blutzucker-Bewusste ist es damit der unkomplizierteste Kandidat.
Xylit (Birkenzucker): zahnfreundlich, mit kleinem Blutzuckereffekt
Evidenzstufe: gesichert
Xylit – oft als Birkenzucker verkauft (es ist derselbe Stoff) – hebt den Blutzucker nur wenig (GI ~7–13, weitgehend insulinunabhängig). Sein Pluspunkt: Es gilt als gut für die Zähne, weil Kariesbakterien es nicht zu Säure verstoffwechseln können. Der Nachteil: Ab etwa 20–30 g pro Tag kann es abführend wirken und Blähungen auslösen.
Xylit (Birkenzucker) ist für Hunde giftig – schon kleine Mengen können zu gefährlichem Blutzuckerabfall und Leberschäden führen. Xylit-haltige Lebensmittel unbedingt außerhalb der Reichweite von Hunden aufbewahren.
Maltit: der Problemfall unter den Zuckeralkoholen
Evidenzstufe: gesichert
Maltit ist die Ausnahme: Es hebt den Blutzucker spürbar (GI 35 – etwa halb so hoch wie Haushaltszucker) und kann zudem abführend wirken. Es steckt oft in „zuckerfreier” Schokolade. Wer auf den Blutzucker achtet, sollte bei Maltit besonders aufmerksam die Zutatenliste lesen. Warum das so ist und wie „zuckerfrei” in die Irre führen kann, steht ausführlich im Beitrag zu den „zuckerfreien” Süßigkeiten.
Weitere Zuckeralkohole wie Sorbit und Isomalt (GI ~9) sowie Mannit (GI ~0) liegen zwischen Erythrit und Maltit. Auch für sie gilt: In größeren Mengen können Polyole die Verdauung belasten – die EU schreibt ab bestimmten Mengen sogar einen Hinweis auf die mögliche abführende Wirkung vor.
Das Wichtigste in Kürze
- Erythrit: hebt den Blutzucker nicht, kalorienfrei, meist gut verträglich.
- Xylit (Birkenzucker): kleiner Blutzuckereffekt, gut für die Zähne, ab ~20–30 g abführend – und giftig für Hunde.
- Maltit: hebt den Blutzucker spürbar (GI 35) – der Problemfall.
- Zutatenliste lesen: Der Name des Süßungsmittels entscheidet über die Blutzuckerwirkung.
Quellen
Quellenstand: 13.07.2026.
- Erythrit GI ~0, kalorienfrei, wird großteils unverändert ausgeschieden, gute Verträglichkeit. Nährstoffallianz / Xucker-Magazin. naehrstoffallianz.dsgip.de
- Xylit = Birkenzucker, GI ~7–13, insulinunabhängig, zahnfreundlich; ab ~20–30 g abführend. gesundfit.de / berlin-smile.de. gesundfit.de
- Xylit ist für Hunde giftig (Blutzuckerabfall, Leberschäden). IKK classic / gesundfit.de. ikk-classic.de
- Maltit GI 35 (höchster der gängigen Polyole); mögliche abführende Wirkung. Livesey 2003 (PubMed 19087388). pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19087388