Worum es geht
Ich habe den More Protein Iced Coffee in der Sorte „Brownie Marshmallow” getestet – als Protein-Eiskaffee, zubereitet mit ungesüßtem Mandeldrink und einem automatischen Aufschäumer. Interessant ist er für meinen Weg aus zwei Gründen: sehr hoher Proteinanteil bei sehr niedrigen Kohlenhydraten pro Portion, und die Frage, wie sich das auf meinen Blutzucker auswirkt, wenn ich ihn nüchtern am Morgen trinke.
Wichtig vorweg: Ich habe den Shake an diesem Morgen nüchtern (über drei Stunden nichts gegessen) getrunken und mit Training kombiniert. Das ist für die Interpretation entscheidend – dazu unten mehr.
Die harten Fakten (offizielle Herstellerwerte)
Ich nutze für die Nährwerte die offiziellen Angaben vom Etikett, nicht meine Schätzung.
Süßung: Sucralose und Steviolglycoside (Stevia), kein Haushaltszucker als Hauptsüßung. Laut Hersteller bis zu 95 % weniger Zucker als klassischer Instant-Eiskaffee.
Koffein: ca. 27 mg pro 100 ml zubereitetem Getränk (echter Instant-Kaffee im Pulver).
Wichtiger Hinweis zur Zusammensetzung: Schweinegelatine
Die Marshmallow-Stücke enthalten Gelatine vom Schwein. Das steht so auf dem Etikett (englische Zutatenliste: „Gelatine (Pork)”) und wird von More auch selbst so angegeben. Für mich persönlich ist das kein Ausschlusskriterium, aber es ist eine relevante Information, die im Marketing untergeht: Das Produkt ist damit nicht vegetarisch und nicht halal/koscher. Wer aus religiösen, ethischen oder ernährungsbezogenen Gründen auf Schweineprodukte verzichtet, sollte das wissen. Ich halte das hier bewusst fest, weil genau solche Details bei einem „Protein-Eiskaffee” niemand erwartet.
Zubereitung und Sinneseindruck
Zubereitet habe ich einen Scoop (25 g) mit ungesüßtem Mandeldrink im automatischen Aufschäumer, zwei Durchläufe. Damit wird die Schaumkonsistenz sehr schön – cremig, gleichmäßig, ohne Klümpchen.
Mein Geschmackseindruck:
- Geschmack: vollmundig, schokoladig wie eine milde Trinkschokolade, kein aufdringlicher Kaffee. Im Abgang keine unangenehme Süße, keine chemischen Spitzen – für ein gesüßtes Proteinpulver angenehm rund.
- Marshmallow-Stücke: anfangs angenehm crunchy. Wichtig: Je länger man mixt oder je länger der Shake steht, desto mehr lösen sich die Stücke auf. Wer den Crunch will, sollte zügig trinken.
- Konsistenz: sehr gut, cremig, angenehme Farbe.
- Verträglichkeit: lag mir nicht schwer im Magen, kein Grummeln, gute Verdauung. Das ist für mich relevant, weil ich das Produkt rund um Training und Alltag einsetzen will.
Mein Blutzuckerverlauf (CGM, FreeStyle Libre 3)
Zeitlicher Ablauf, dokumentiert per CGM und Foto-Zeitstempeln:
- 07:55 Uhr: 123 mg/dL, Trend gleichbleibend – direkt nach dem Trinken die Notiz im Libre gesetzt (3 g KH, „More Proteine – ICED COFFEE – Brownie Marshmallow”).
- 08:07 Uhr: 124 mg/dL, Trend gleichbleibend.
Über den beobachteten Zeitraum blieb mein Glukosewert also praktisch flach (123 → 124 mg/dL), durchgehend im Zielbereich. Ein nennenswerter Peak nach dem Shake war nicht zu sehen.
Meine Einordnung – ehrlich und mit Vorsicht
Hier trenne ich bewusst, was belegbar ist und was nicht:
- Dass die Kohlenhydratmenge einer Mahlzeit der wichtigste Treiber des Blutzuckeranstiegs ist, ist in Studien beschrieben . Bei nur 3 g Kohlenhydraten pro Portion ist ein flacher Verlauf physiologisch genau das, was man erwarten würde – unabhängig vom Süßungsmittel.
- Der hohe Proteinanteil (~16 g) dämpft eine Glukoseantwort zusätzlich und macht satt .
- Aber: Ich habe den Shake mit Training kombiniert. Moderate Bewegung senkt bzw. stabilisiert meinen Glukosespiegel – das sehe ich in meiner Dokumentation regelmäßig. Deshalb kann ich den flachen Verlauf nicht allein dem Produkt zuschreiben. Sauber wäre: Der flache Verlauf ist mit einem kohlenhydratarmen Shake gut vereinbar, aber der Trainingseffekt überlagert die reine Produktwirkung. Das ist eine Einzelfallbeobachtung (n=1), kein Beweis .
Um die reine Shake-Wirkung zu isolieren, müsste ich ihn an einem anderen Tag nüchtern ohne Training trinken und die Kurve erneut aufzeichnen. Das trage ich für einen Folgetest nach.
Trainingsgefühl
Nach subjektivem Eindruck war die Trainingsleistung auf dem Fahrrad und im Fitnessstudio gut; der Shake lag nicht schwer im Magen und ließ sich gut „verarbeiten”. Das ist ein ehrlicher persönlicher Eindruck – eine leistungssteigernde Wirkung lässt sich daraus nicht ableiten . Bei einem reinen Protein-Eiskaffee mit ~16 g Eiweiß ist ein spürbarer Leistungseffekt physiologisch auch nicht zu erwarten; der Wert liegt eher in Sättigung, Proteinversorgung und Genuss ohne relevante Zuckerlast.
Mein Fazit
Für mich ein hochwertig gefühltes, geschmacklich sehr gutes Produkt, das sich gut in meinen Alltag integrieren lässt: cremig, vollmundig, gut verträglich, und mit nur 3 g Kohlenhydraten pro Portion aus Blutzuckersicht unkompliziert. Mein flacher CGM-Verlauf passt zu einem kohlenhydratarmen Shake – ist aber wegen des kombinierten Trainings keine isolierte Produktmessung.
Zwei Punkte, die ich klar benenne: die Schweinegelatine in den Marshmallow-Stücken (nicht vegetarisch/halal/koscher) und die Tatsache, dass „proteinreich und zuckerarm” nichts über eine therapeutische Wirkung aussagt. Der Shake ist ein Genuss- und Protein-Baustein – kein Mittel gegen meine Stoffwechselerkrankung.
Offener Folgetest: Shake nüchtern ohne Training, um die reine Glukoseantwort zu isolieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Worum es geht
- Die harten Fakten (offizielle Herstellerwerte)
- Zubereitung und Sinneseindruck
- Mein Blutzuckerverlauf (CGM, FreeStyle Libre 3)
- Trainingsgefühl
- Mein Fazit
Die Punkte fassen zusammen, was in den Abschnitten oben steht.
Was der Sensor aufgezeichnet hat
Werte aus dem eigenen Sensor, exportiert aus der App. Eine Einzelbeobachtung — bei Ihnen kann es anders aussehen.
Quellen
Herstellerangaben von Etikett und Produktseite, abgerufen am Testtag. Eigene Sensormessungen: FreeStyle Libre 3.
