Das Produkt
Der Drink ist ein Proteinpulver in Iced-Coffee-Ausführung. Die Zubereitung steht auf der Dose: 25 g Pulver, also ein gestrichener Messlöffel, auf 300 ml kalten, ungesüßten Mandel-Drink, im Shaker oder Mixer. Hersteller ist laut Etikett die Quality First GmbH in Elmshorn, produziert in Deutschland. Die Sorte heißt Dark Cookie Crumble – im Pulver stecken sichtbare dunkle Cookie-Stücke.1

Mein Morgen-Protokoll
Alle meine Produkttests laufen morgens nach demselben Muster ab, damit sie untereinander vergleichbar bleiben: Drink zubereiten, trinken, direkt danach 45 Minuten Low Impact Ride auf dem Peloton-Rad, und den CGM-Verlauf mitschreiben. Genau deshalb habe ich diese Routine überhaupt angefangen – ich verbinde den morgendlichen Proteindrink bewusst mit dem Radfahren, damit der Blutzucker morgens nicht zu stark ansteigt. Das klappt für mich sauber, aber es ist Teil des Aufbaus und kein Zufall.
Geschmack und Konsistenz: mein bisheriger Favorit
Geschmacklich ist das für mich das beste Produkt der Reihe. Der Kaffeegeschmack ist eindeutig da, aber er ist subtil und nicht aufdringlich. Der Dark-Cookie-Anteil kommt dafür sehr gut heraus. Das Ergebnis ist ein rundes, angenehmes Geschmackserlebnis, ähnlich stimmig wie bei der Marshmallow-Sorte. Auch die Konsistenz ist für mich perfekt – cremig, ohne pulvrigen Beigeschmack.

Die Cookie-Stücke lösen sich mit der Zeit auf. Wer den Drink stehen lässt, bekommt eine Art Cookie-Milch. Die schmeckt ebenfalls sehr gut und lässt sich auch während des Trainings noch bequem trinken – nur das Stückchen-Erlebnis ist dann weg.

Die Nährwerte im Detail
Eine Portion, also 25 g Pulver in 300 ml ungesüßtem Mandel-Drink, liefert laut Etikett 158 kcal, 19 g Eiweiß, 4,1 g Kohlenhydrate davon 1,6 g Zucker, 7,0 g Fett, 1,5 g Ballaststoffe und 81 mg Koffein. Das Pulver für sich genommen kommt auf 378 kcal, 65 g Eiweiß, 16 g Kohlenhydrate und 323 mg Koffein pro 100 g.1
Auf den ersten Blick wirken die Werte etwas höher als bei einem reinen Shake. Der Eindruck täuscht aber ein Stück weit: Der größte Teil des Fetts stammt nicht aus dem Pulver, sondern aus dem Mandel-Drink – das Pulver selbst bringt nur rund 1,5 g Fett pro Portion mit. Mit ungesüßtem Mandel-Drink bleibt die Portion insgesamt im Rahmen; mit Kuhmilch sähe die Rechnung deutlich anders aus. Und die 81 mg Koffein entsprechen ungefähr einer normalen Tasse Kaffee.

Was mein Blutzucker gemacht hat
Diesmal habe ich den Vormittag lückenlos mitgeschrieben. Um 08:19 Uhr lag ich bei 119 mg/dl – ruhig und flach, wie die ganze Nacht zuvor. Um 08:22 Uhr habe ich den Drink getrunken und ihn direkt im Libre notiert, großzügig gerundet mit 6 g Kohlenhydraten. Fünf Minuten später saß ich auf dem Rad.

Dann passierte das, womit ich nicht gerechnet hatte: Der Wert stieg weiter, obwohl das Training längst lief. Um 08:30 Uhr stand er bei 131, um 08:37 Uhr bei 143, um 08:44 Uhr bei 145 – und um 08:46 Uhr, also rund 19 Minuten nach dem Start der Fahrt, bei 149 mg/dl. Das war der höchste Wert des Vormittags.

Danach drehte die Kurve. Um 09:11 Uhr, kurz vor dem Ende der 45 Minuten, war ich zurück bei 121 mg/dl. Nach zehn Minuten Cool-down lag ich um 09:24 Uhr bei 118 mg/dl – knapp unter meinem Ausgangswert.


Die App zeigte über den gesamten Zeitraum „Glukose im Zielbereich“ an – auch bei 149 mg/dl. „Deutlichste Reaktion meiner Testreihe“ heißt also: der stärkste Anstieg, den ich bei einem dieser Drinks bisher gesehen habe (rund +30 mg/dl gegenüber dem Ausgangswert von 119 mg/dl), und kein Ausreißer nach oben. Diese Unterscheidung ist mir wichtig.
Der eigentliche Befund: Der Anstieg kam trotz Training
Das ist für mich die wichtigste Beobachtung dieses Tests. Ich fahre morgens ja genau deshalb, damit der Wert nicht davonläuft. In den ersten 20 Minuten hat das Training den Anstieg aber nicht verhindert – es hat ihn danach zuverlässig zurückgeholt. Zwei verschiedene Dinge, die ich vorher gedanklich in einen Topf geworfen hatte.
Das passt zu einem Muster, das ich beim Thema Sport schon beschrieben habe: In der frühen Phase einer Einheit kann der Wert erst steigen, bevor er fällt. Wer nur direkt nach dem Start misst, sieht deshalb ein anderes Bild als jemand, der eine Stunde später schaut. Hier überlagern sich zwei Dinge – die Aufnahme des Drinks und die Startphase der Belastung – und das Ergebnis ist erst am Ende der Einheit ablesbar.
Wie hoch der Wert ohne das Rad gestiegen wäre. Dafür fehlt der Vergleichslauf: derselbe Drink, dieselbe Uhrzeit, ohne Training. Ohne diesen Gegenversuch bleibt offen, wie viel von der Rückkehr auf 118 mg/dl auf das Training geht und wie viel einfach der normale Verlauf gewesen wäre.
Warum die Kohlenhydrate das nicht allein erklären
4,1 g Kohlenhydrate sind wenig. Zum Vergleich: ein kleines Brötchen liegt bei rund 20 g – die Portion entspricht also etwa einem Fünftel davon. Selbst die 6 g, die ich großzügig in die App eingetragen habe, ergeben rechnerisch keinen Anstieg um rund 30 mg/dl. Genau deshalb lohnt der ehrliche Blick auf die anderen Kandidaten – und darauf, was davon belegt ist und was nicht.
Die Morgenstunde (plausibel). Morgens ist die Insulinwirkung physiologisch schwächer. Beim Dawn-Phänomen sorgen Cortisol, Wachstumshormon und Glukagon für eine erhöhte Insulinresistenz in den frühen Stunden.3 Derselbe Drink am Nachmittag kann bei mir deshalb ganz anders aussehen.
Koffein (plausibel). 81 mg pro Portion sind kein Nebenschauplatz. Koffein kann die Insulinempfindlichkeit vorübergehend senken und die Blutzuckerreaktion nach einer Mahlzeit verstärken; wie stark, ist individuell sehr unterschiedlich.2 Das passt zu dem, was ich beim Cola-Zero-Test mit Koffein beobachtet habe.
Der Protein-Weg (offen). Bei intakter Insulinantwort hebt Protein den Blutzucker kaum. Bei ausgeprägter Insulinresistenz können Aminosäuren über Glukagon und die Gluconeogenese aber verzögert Glukose liefern.4 Ob das bei mir eine Rolle spielt, kann ich aus einem einzelnen Test nicht sagen.
Welcher dieser Faktoren es war. Ein einzelner Test kann Morgenstunde, Koffein und Protein nicht voneinander trennen. Dafür bräuchte es Wiederholungen: dieselbe Sorte zu einer anderen Tageszeit und eine koffeinfreie Vergleichssorte im gleichen Protokoll. Genau das steht als Nächstes an.
Warum ich morgens direkt aufs Rad gehe
Bewegung nach dem Essen ist einer der am besten belegten Hebel überhaupt: Arbeitende Muskeln holen sich Glukose über GLUT-4-Transporter auch dann aus dem Blut, wenn die Insulinwirkung eingeschränkt ist.5 Schon 10 bis 20 Minuten Gehen nach einer Mahlzeit senken die Spitze messbar, und nach dem Essen wirkt es besser als davor.6 Bei mir ist daraus eine feste Kombination geworden: morgens der Proteindrink, direkt danach 45 Minuten locker fahren. Deshalb sind alle meine Testergebnisse immer morgens mit Drink plus Ride aufgezeichnet – der Puffer gehört zum Protokoll.
Wenig Kohlenhydrate heißt nicht automatisch „da passiert nichts“. Wer morgens so einen Drink trinkt und davon ausgeht, dass danach nichts mehr zu tun ist, kann sich täuschen – bei mir steigt die Kurve trotzdem. Wer blutzuckersenkende Medikamente nimmt, stimmt Training und Timing ohnehin ärztlich ab.
Mein Fazit
Geschmacklich mein All-Time-Favorite dieser Reihe. Blutzuckerseitig der Drink, der bei mir bisher am deutlichsten reagiert hat – innerhalb des Zielbereichs, aber sichtbar. Beides ist gleichzeitig wahr, und genau das ist der Punkt: Ein Produkt kann gut gemacht und trotzdem für den eigenen Stoffwechsel anspruchsvoll sein. Für mich heißt das nicht „nicht trinken“, sondern bewusst einplanen – mit ungesüßtem Mandel-Drink statt Milch und mit Bewegung danach, wohl wissend, dass die ersten 20 Minuten davon nichts abfangen. Als Nächstes kommt der Vergleichslauf ohne Rad, danach dieselbe Sorte am Nachmittag.
Meine Messwerte dazu
Einzelbeobachtungen mit dem eigenen Sensor. Was bei mir passiert ist, muss bei Ihnen nicht passieren.
Das Wichtigste in Kürze
- More Nutrition Protein Iced Coffee, Dark Cookie Crumble: 25 g Pulver auf 300 ml ungesüßten Mandel-Drink.
- Pro Portion: 158 kcal, 19 g Eiweiß, 4,1 g Kohlenhydrate (1,6 g Zucker), 7,0 g Fett, 81 mg Koffein.
- Gemessen: 119 (08:19) → 122 beim Trinken → Spitze 149 (08:46) → 121 (09:11) → 118 (09:24).
- Der Anstieg von rund 30 mg/dl kam, obwohl das Training bereits seit knapp 20 Minuten lief.
- Alle Werte blieben durchgehend im Zielbereich der App – ein deutlicher Anstieg, kein Ausreißer.
- Das Training hat den Anstieg nicht verhindert, aber sauber zurückgeholt.
- Geschmack und Konsistenz sind für mich die besten der Reihe – Kaffee subtil, Cookie deutlich.
- Offen bleibt, wie die Kurve ohne das Rad verlaufen wäre. Der Vergleichslauf folgt.
Quellen
Quellenstand: 22.07.2026.
- Produktetikett More Nutrition Protein Iced Coffee, Sorte Dark Cookie Crumble (eigene Aufnahme, siehe Abb. 6): Nährwerte pro Portion (25 g in 300 ml ungesüßtem Mandel-Drink) und pro 100 g Pulver, Zubereitungsempfehlung. Hersteller laut Etikett: Quality First GmbH, Elmshorn. morenutrition.de (öffnet in neuem Fenster)
- Koffein kann die Insulinempfindlichkeit vorübergehend senken und die Blutzuckerreaktion – vor allem nach Mahlzeiten – verstärken; individuell sehr unterschiedlich. beyondtype1.org (öffnet in neuem Fenster)
- Dawn-Phänomen: morgendlicher Blutzuckeranstieg durch Cortisol, Wachstumshormon und Glukagon (erhöhte Insulinresistenz), unabhängig von Nahrung. Fachübersicht. ncbi.nlm.nih.gov/PMC10457696 (öffnet in neuem Fenster)
- Franz MJ / Nuttall FQ: Dietary Protein and the Blood Glucose Concentration. Diabetes (2013); Protein liefert über Glukagon und hepatische Gluconeogenese verzögert geringe Glukosemengen. pmc.ncbi.nlm.nih.gov/PMC3636610 (öffnet in neuem Fenster)
- Bewegung, GLUT-4 und Insulinsensitivität: insulinunabhängige Glukoseaufnahme im Muskel; akut nach einer Einheit, chronisch ab etwa 8 Wochen. PMC (2020). pmc.ncbi.nlm.nih.gov/PMC7235686 (öffnet in neuem Fenster)
- Reynolds/Pahra u. a.: 10–20 Minuten Gehen nach dem Essen senken die postprandiale Glukose; nach dem Essen wirksamer als davor. PMC-Übersicht (2020). ncbi.nlm.nih.gov/PMC7112182 (öffnet in neuem Fenster)
