Worum es geht
Nach den beiden Iced-Coffee-Sorten ist das der dritte More-Shake in der Testreihe — diesmal aus der Milkshake-Style-Linie, Sorte Strawberry Yoghurt Split. Zwei Dinge machten ihn für uns interessant: Er kommt ohne Koffein aus, und er ließ sich zum ersten Mal in dieser Reihe abends und ohne Training messen. Damit ist es die methodisch sauberste Messung, die ich bisher zu einem dieser Shakes habe.
Die Nährwerte

Vom Etikett abgelesen, nicht geschätzt.
Die Portionsangaben beziehen sich auf die Zubereitung mit ungesüßtem Mandel-Drink, wie sie der Hersteller auf der Dose empfiehlt. Die Dose enthält 20 Portionen.
Bemerkenswert ist der Proteingehalt: 80 g pro 100 g Pulver sind der höchste Wert der drei getesteten Sorten. Bei den Kohlenhydraten liegt der Shake mit rund 2 g pro Portion sogar noch unter dem Marshmallow-Eiskaffee.
Wie er geschmeckt hat


Die Konsistenz war sehr gut. Cremig, dickflüssig, genau das, was die Produktlinie verspricht. Daran gibt es nichts auszusetzen.
Der Geschmack war die Enttäuschung. Schwach. Es ging in Richtung Joghurtriegel, aber ohne dass man genau hätte sagen können, was man da eigentlich schmeckt. Erdbeere war da, aber blass — nicht intensiv, nicht rund, eher eine Ahnung von Erdbeere als ein Geschmack. Insgesamt langweilig.
Was gut funktioniert hat: die Stückchen. Sie lösen sich nicht schnell auf, weil es echte Erdbeerstückchen sind. Man kann den Shake also stehen lassen, ohne dass die Textur zusammenfällt. Das ist ein praktischer Vorteil gegenüber der Marshmallow-Sorte aus dem Iced Coffee, wo sich die Stückchen zügig auflösen und man deshalb schnell trinken muss.
Unsere Bewertung: 6 von 10. Nicht schlecht, aber auch nicht der Griff, den wir wiederholen würden, wenn andere Sorten daneben stehen.
Mein Blutzuckerverlauf
Zubereitet mit ungesüßtem Mandel-Drink, getrunken am Abend, ohne Training davor oder danach. Die letzte Mahlzeit lag mehrere Stunden zurück; der Ausgangswert war stabil bei 111 mg/dL mit gleichbleibendem Trend.
Der Anstieg betrug rund 22 mg/dL über etwa 45 Minuten. Danach ging der Wert nach einem kurzen Spaziergang auf 102 mg/dL zurück — rund 30 mg/dL unter den Höchstwert und damit unter den Ausgangswert vor dem Shake. Alle Werte blieben durchgehend im Zielbereich.
Was das bedeutet — und was nicht
Ein Anstieg von rund 22 mg/dL bei etwa 2 g Kohlenhydraten ist rechnerisch nicht allein durch die Kohlenhydrate erklärbar. Dieselbe Beobachtung hatte ich beim Dark Cookie Crumble, dort noch deutlicher.
Was dafür in Frage kommt : Auch Protein löst eine Insulinantwort aus und kann über die Glukoneogenese zu einem verzögerten, moderaten Anstieg beitragen — bei rund 24 g Eiweiß pro Portion ist das kein Randfaktor. Dazu kommt der ungesüßte Mandel-Drink, der selbst geringe Mengen Kohlenhydrate mitbringt.
Was ich nicht sagen kann: dass das Produkt „den Blutzucker erhöht” im Sinne einer Produkteigenschaft. Das ist eine Einzelfallbeobachtung (n=1) an einem Abend. Für eine belastbare Aussage bräuchte es Wiederholungen an mehreren Tagen.
Der Wert der Messung liegt woanders: Sie ist die erste ohne Trainingsüberlagerung während der Anstiegsphase. Bei den beiden Iced-Coffee-Sorten lief jeweils Sport mit, was die Kurven nicht direkt vergleichbar macht.
Was der Spaziergang gezeigt hat
Nach dem Höchstwert von 133 mg/dL bin ich rund 15 Minuten spazieren gegangen. Bis 22:16 fiel der Wert auf 102 mg/dL — also rund 30 mg/dL unter die Spitze und sogar leicht unter den Ausgangswert von 111 mg/dL vor dem Shake.
Dass moderate Bewegung die Glukoseaufnahme in die Muskulatur erhöht und den Wert nach einer Mahlzeit senkt, ist in Studien beschrieben . Interessant an dieser Beobachtung ist die Größenordnung: Ein kurzer Spaziergang, keine Trainingseinheit, hat den gesamten Anstieg mehr als aufgehoben.
Für meinen Alltag ist das die praktisch verwertbarste Erkenntnis aus diesem Test — und sie hat mit dem Produkt selbst wenig zu tun. Sie deckt sich mit dem, was ich beim Dark Cookie Crumble gesehen habe: Dort hat das Rad-Training den Anstieg zwar nicht verhindert, aber sauber zurückgeholt. Zwei verschiedene Sorten, zwei verschiedene Bewegungsformen, dasselbe Muster .
Wofür er sich anbietet
Der fehlende Koffeingehalt ist der eigentliche Pluspunkt. Ein Proteinshake, den man abends trinken kann, ohne den Schlaf zu gefährden, hat für mich einen konkreten Wert: Schlechter Schlaf verschlechtert die Glukosetoleranz messbar — ein koffeinhaltiger Shake am späten Abend arbeitet also gegen genau das, was ich erreichen will. Für die Zeit nach einem späten Training oder nach einem Nachteinsatz ist eine koffeinfreie Variante damit praktisch sinnvoll.
Das ist ein Argument über den Umweg Schlaf, keine Aussage über eine direkte Wirkung des Produkts auf den Blutzucker.
Mit rund 24 g Eiweiß und 2 g Kohlenhydraten pro Portion ist das Verhältnis für meine Zwecke gut. Nur der Geschmack hält nicht mit.
Was noch offen ist
- Wiederholung an einem zweiten Abend, um zu sehen, ob sich der Verlauf reproduziert.
- Vergleich mit Wasser statt Mandel-Drink, um den Beitrag der Zubereitungsflüssigkeit zu isolieren.
- Marshmallow-Nachmessung nach demselben Protokoll — nüchtern-nah, ohne Training. Erst dann sind die drei Sorten sauber vergleichbar. Die bisherige Marshmallow-Messung hatte nur zwei Punkte über zwölf Minuten und könnte einen Peak verpasst haben.
Das Wichtigste in Kürze
- Worum es geht
- Die Nährwerte
- Wie er geschmeckt hat
- Mein Blutzuckerverlauf
- Wofür er sich anbietet
- Was noch offen ist
Die Punkte fassen zusammen, was in den Abschnitten oben steht.
Quellen
- Etikettangaben More Protein Milkshake Style Strawberry Yoghurt Split: 1583 kJ / 378 kcal, 3,6 g Fett, 7,1 g Kohlenhydrate, 80 g Eiweiß, 0,58 g Salz je 100 g Pulver; 20 Portionen je Dose; Zubereitung 30 g auf 300 ml ungesüßten Mandel-Drink.
- Produktangaben More Nutrition zur Milkshake-Style-Linie: Molkenproteinkonzentrat und Calciumcaseinat, Süßung mit Sucralose und Steviolglykosiden, ohne Zuckerzusatz.
- Übersichtsarbeiten zur Insulinantwort auf Protein und zum Beitrag der Glukoneogenese bei proteinreichen Mahlzeiten.
- Übersichtsarbeiten zum Zusammenhang von Schlafqualität, Schlafdauer und Glukosetoleranz.
- Übersichtsarbeiten zum Effekt kurzer Bewegungseinheiten nach dem Essen auf die postprandiale Glukose.
- Herstellerangaben Abbott zum FreeStyle Libre 3: Messprinzip Gewebeglukose, Verzögerung gegenüber Blutglukose.
- Eigene CGM-Aufzeichnung vom 23.07.2026, dokumentiert per Screenshot-Zeitstempel — Einzelfallbeobachtung.
