Steckbrief
| Gegründet | 2018 in Hamburg von Alexander Adlung und Alexander Jansen |
| Hersteller | ZENKOH GmbH, Leverkusen |
| Fokus | Pflanzliche Nahrungsergänzung, überwiegend Komplexpräparate (mehrere abgestimmte Inhaltsstoffe) |
| Positionierung | Vegan, ohne Füll-/Zusatzstoffe, „nachweislich wirksame Inhaltsstoffe”, Herstellung in Deutschland |
| Sortiment | Rund 70 Produkte mit sprechenden Namen (z. B. RUHEPOL, SONNENFREUND, KRAFT RESERVE) für Bereiche wie Nerven, Immunsystem, Stoffwechsel, Wechseljahre |
| Vertrieb | Eigener Onlineshop, Amazon, über 200 Apotheken |
NATURTREU unterscheidet sich von vielen Wettbewerbern durch die Komplex-Philosophie: Statt Einzelstoffen werden Kombinationen aus Mikronährstoffen, Adaptogenen und Heilpflanzen (z. B. Ashwagandha, Rosenwurz, Mariendistel) vermarktet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird häufig gelobt. Zu beachten: Die Marke ist noch jung, viele Informationen stammen vom Unternehmen selbst, unabhängige Prüfberichte sind bislang begrenzt.
Was ist für den Stoffwechsel relevant?
Hier ist Sorgfalt gefragt, denn Adaptogene und Heilpflanzen werden gern mit großen Versprechen aufgeladen:
- Mikronährstoff-Anteile: Wo ein Komplex belegte Mikronährstoffe in sinnvoller Dosierung enthält (z. B. Vitamin D3/K2, Magnesium), gilt für den Mangelausgleich dasselbe wie bei jedem Supplement: bei nachgewiesenem Defizit sinnvoll gesichert, sonst fraglich.
- Adaptogene (z. B. Ashwagandha): Es gibt Hinweise auf Effekte bei Stress und Schlaf, die Studienlage ist aber heterogen und die Übertragbarkeit auf den Blutzuckerstoffwechsel unklar offen. Interessant ist der indirekte Weg: Wenn ein Präparat wirklich Stress oder Schlaf verbessert, kann sich das theoretisch positiv auf die Glukoseregulation auswirken – belegt ist dieser Kettenschluss für das konkrete Produkt aber nicht offen.
- Komplex-Logik: Dass eine Kombination automatisch besser wirkt als Einzelstoffe, ist ein Marketingversprechen, kein Automatismus offen. Kombinationen können sinnvoll sein – müssen es aber nicht.
Für meinen Weg ist besonders der Stress-Aspekt relevant: In meiner CGM-Dokumentation sehe ich regelmäßig, dass stressintensive Nachteinsätze meinen Glukosespiegel auch ohne Essen anheben Einzelfallbeobachtung. Ob ein Adaptogen daran messbar etwas ändert, ist genau die Art Frage, bei der ich ehrlich zwischen „interessante Hypothese” und „belegt” trennen muss.
Kritische Punkte, die ich im Blick behalte
- Heilversprechen-Nähe: Sprechende Produktnamen und Anwendungsbereiche bewegen sich nah an gesundheitsbezogenen Aussagen. Ich prüfe, was tatsächlich belegt ist – und was nur suggeriert wird.
- Testimonial-Lastigkeit: Viel Kommunikation läuft über Expert:innen- und Inflüncer-Stimmen. Das ersetzt keine Studien.
- Dosierung im Komplex: Bei Kombipräparaten ist die Einzeldosierung der Wirkstoffe entscheidend – „drin” heißt nicht „wirksam dosiert”.
Mein Testplan (Tests ausstehend)
- Inhaltsstoff-Analyse: Welche Wirkstoffe in welcher Dosis? Abgleich mit der verfügbaren Evidenz je Stoff.
- Evidenz-Ampel pro Produkt: Einordnung der Kernversprechen als gesichert / plausibel / offen.
- Stress-Kontext-Beobachtung: Falls ich ein adaptogenes Produkt über mehrere Wochen nehme, dokumentiere ich meine CGM-Muster an Einsatz- und Ruhetagen – ausdrücklich als unkontrollierte Einzelfallbeobachtung (n=1), nicht als Wirksamkeitsnachweis.
- CGM bei essbaren Formen: Enthält ein Produkt Kohlenhydrate/Süßungsmittel, messe ich die Glukoseantwort.