Für diese Auswertung wurden zwölf Fahrrad- und Peloton-Einheiten ausgewählt. Der Startwert ist der nächste kontinuierliche Messwert zur Trainingsnotiz. Danach musste der Wert innerhalb von 90 Minuten um mindestens 5 mg/dl fallen und bis spätestens 180 Minuten nach Trainingsstart wieder um mindestens 15 mg/dl steigen. Dokumentierte Kohlenhydrate in den zwei Stunden zuvor und unmittelbar vorausgehende weitere Rides führten zum Ausschluss.
| Datum | Einheit | Start | Tief | späterer Peak | Fall | Bounce |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024-01-09 | Fahrrad | 125 | 117 | 142 | −8 | +25 |
| 2026-01-04 | Peloton Einsteiger | 156 | 123 | 142 | −33 | +19 |
| 2026-01-19 | Fahrradtraining | 158 | 145 | 181 | −13 | +36 |
| 2026-01-21 | Fahrrad | 136 | 110 | 153 | −26 | +43 |
| 2026-03-30 | Low Impact | 155 | 128 | 149 | −27 | +21 |
| 2026-04-02 | Low Impact | 156 | 135 | 158 | −21 | +23 |
| 2026-04-08 | Cooldown + Low Impact | 145 | 133 | 176 | −12 | +43 |
| 2026-04-13 | Low Impact | 148 | 138 | 159 | −10 | +21 |
| 2026-06-14 | 60 Min Rock | 116 | 107 | 130 | −9 | +23 |
| 2026-06-23 | Low Impact | 124 | 115 | 136 | −9 | +21 |
| 2026-07-05 | 90er Pop + Low Impact + Cooldown | 108 | 99 | 115 | −9 | +16 |
| 2026-07-07 | German Rock bis 400 W | 152 | 129 | 144 | −23 | +15 |
Meine Beobachtung: erst fällt die Kurve, dann kommt sie zurück
Bei intensiveren oder längeren Rides kann der Muskelverbrauch den CGM-Wert zunächst deutlich drücken. Anschließend kann die Kurve wieder steigen. Das Muster trat in meinen Daten jedoch auch bei einigen als Low Impact bezeichneten Einheiten auf. In den zwölf ausgewählten Verläufen lag der Wiederanstieg zwischen 15 und 43 mg/dl. Der spätere Peak lag nicht immer über dem Startwert; bei manchen Einheiten blieb er darunter.
Warum die Leber eine plausible Rolle spielt
Während Belastung muss der Körper den arbeitenden Muskeln Glukose bereitstellen. Bei hoher Intensität können Stresshormone die Glukosefreisetzung aus der Leber stark erhöhen. In der Fachliteratur wird beschrieben, dass bei intensiver Belastung die hepatische Glukoseproduktion die gleichzeitige Nutzung übersteigen kann. Das macht einen Bounce biologisch plausibel. Meine CGM-Daten messen jedoch weder Leberfluss noch Hormone und beweisen den Mechanismus deshalb nicht.
Was außerdem den Wiederanstieg erklären kann
- verzögerte Kohlenhydrataufnahme aus einer vorherigen Mahlzeit,
- CGM-Zeitverzug zwischen Blut und Gewebe,
- Dawn-Phänomen bei Morgeneinheiten,
- wechselnde Intensität innerhalb eines Rides,
- Erholungspausen und nachlassende Muskelaufnahme.
Praktische Konsequenz für mich
Ich bewerte einen Ride nicht mehr am niedrigsten Wert direkt nach dem Training. Entscheidend ist das Fenster bis mindestens zwei bis drei Stunden danach. Bei einem starken Fall reduziere ich die Belastung, beobachte weiter und vermeide hektische Gegenmaßnahmen. Menschen mit Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten brauchen dafür ein individuell abgestimmtes Vorgehen.
Methodik und Grenzen
Die Auswahlregel wurde nachträglich auf vorhandene Notizen angewendet. Intensität ist nicht durchgehend mit Watt, Puls oder Leistungszone standardisiert. Die Bezeichnung „anstrengend“ ist deshalb nur dort direkt gestützt, wo etwa bis 400 Watt oder ein langer Rock-/Pop-Block notiert wurde. Nicht dokumentierte Mahlzeiten, Tageszeit und CGM-Zeitverzug können die Kurven beeinflussen. Das Ergebnis ist eine strukturierte Einzelfallserie, keine Häufigkeitsangabe für alle Rides.
Quellen und methodische Einordnung
- American Diabetes Association, Standards of Care in Diabetes—2026: Physical activity and exercise
- Trefts et al., Exercise and the Regulation of Hepatic Metabolism
- Bergenstal et al., Glucose Management Indicator (GMI)
- Zaharieva et al., CGM lag during aerobic exercise
- Emhoff et al., Gluconeogenesis and hepatic glycogenolysis during exercise
Die Werte in diesem Beitrag stammen von meinem eigenen Sensor (FreeStyle Libre 3) und sind eine Einzelfallbeobachtung (n = 1) – sie zeigen ein Muster bei mir, keine Regel für dich. Jede Aussage ist als gesichert, plausibel oder offen gekennzeichnet, und zeitliche Nähe gilt nie als Beweis für eine Ursache. Wie ich Zeitfenster, Sensorlatenz, Einflussfaktoren und Freigabe handhabe, steht gesammelt auf einer Seite. Zur Methodik
