Gastronomie

Achtung bei “Zero”-Bestellungen

In Bars/Restaurants/auf Reisen kommt es vor, dass statt Cola Zero normale Cola ausgeschenkt wird – oft ohne böse Absicht (Zapfanlage/Verwechslung/Gläser). Für Menschen mit Diabetes oder Insulinresistenz kann das zu starken Blutzuckerspitzen führen, weil normale Cola typischerweise ~10,6 g Zucker pro 100 ml enthält.
Tipp: Lass dir Zero-Getränke nach Möglichkeit in der Originaldose/-flasche geben und öffne sie selbst. Wer unterwegs häufig auf Nummer sicher gehen will, kann mit einem Brix-Refraktometer (0–32 °Brix) innerhalb von Sekunden prüfen, ob ein Getränk wirklich zuckerfrei ist.

 

Cola Zero bestellt – normale Cola bekommen: Warum das für Diabetes & Insulinresistenz ein echtes Risiko ist

Situation aus der Praxis (Schiff/Bar/Restaurant):
Du bestellst Cola Zero, bekommst aber versehentlich normale Cola. Auf dem CGM sieht man dann oft einen schnellen Anstieg – genau so wie in deinem Tagesverlauf: nach dem Getränk ein klarer Peak, danach wieder Abfall (je nach Bewegung/Insulinempfindlichkeit).

Warum das so heftig wirkt:
Normale Cola enthält typischerweise ca. 10,6 g Zucker pro 100 ml. Das sind bei 330 ml ungefähr 35 g Zucker.
Cola Zero (Zero Sugar) wird dagegen als 0 g Zucker / 100 ml ausgewiesen.
Heißt praktisch: Du erwartest “0”, bekommst aber “~35 g” – wenn Du das nicht erwartest, kann dich das komplett aus deinem Rhythmus bringen – mich selbst hat es einen Abend auf dem Kreuzfahrtschiff gekostet. Wenn Du einen plötzlichen Anstieg feststellst und keine Medikamente nimmst, bleib da nur der Sport. Ich selbst habe einfach mehrere Runden auf den Decks 11 und 10 gedreht – bis der Zucker wieder abgefallen ist – nach ca. 6 Runden war der Spuck vorbei. Das hätte nicht sein müssen, hätte der Service auf die Bestellung gehört und keine „normale“ Cola geliefert.

Sofort-Taktik, wenn du den Verdacht hast

  1. Getränk stoppen (nicht “austrinken”).
  2. Neues Getränk nur in Originaldose/Flasche verlangen (selbst öffnen).
  3. CGM/Blutzucker engmaschig checken (bei Bedarf blutig gegenmessen).
  4. Bewegung kann den Peak dämpfen (z. B. 10–20 Minuten zügig gehen)
  5. Wenn du Insulin nutzt: keine Insulin-Anpassung aus dem Bauch heraus – lieber nach deinem abgesprochenen Korrekturschema handeln.

Wie kann man Getränke “auf Zucker” prüfen (realistisch, ohne Labor)?

Option A (am sinnvollsten): Brix-Refraktometer

Ein Refraktometer misst gelöste Stoffe (u. a. Zucker) als °Brix.
Normale Cola liegt grob im Bereich um ~10–11 °Brix, was zur typischen Zuckermenge passt.
Zero-Getränke liegen nahe 0 °Brix (praktisch kein Zucker).

Vorteile:

  • Schnell (1–2 Tropfen), wiederholbar, unabhängig von CGM-Verzögerung.
  • Genau die Art “Plausibilitätscheck”, die unterwegs Sinn macht.

Wichtig: Kohlensäure vorher kurz ausgasen lassen (schütteln/stehen lassen), sonst misst du unruhiger.

Option B: “Glukose-Teststreifen” für Getränke

Es gibt Streifen, die Glukose nachweisen sollen. In der Praxis ist das fehleranfällig, weil:

  • Getränke können andere Zuckerarten (z. B. Saccharose/Fruktose) enthalten.
  • Viele Streifen sind nicht für Lebensmittel/Softdrinks validiert.
    Wenn du das machst: nur als Grob-Indikator – ich werde bald einige testen.

Option C: Mit dem Blutzuckermessgerät das Getränk messen

Davon rate ich ab: Messgeräte/Strips sind für Blut kalibriert, nicht für Softdrinks. Das kann Messwerte verfälschen und das Gerät/Strips unnötig ruinieren. Eine Ausweichmöglichkeit – streicht vorher ein wenig Getränk am Finger über der Stelle wo ihr misst – die Werte könnt Ihr dann mit einer zweiten Teststelle gegenvalidieren.

 

Wichtig ist zu sagen, es können nicht alle unsere Probleme mit zuckerhaltigen Getränken einschätzen. Ich selbst bin auch immer frustriert. Die Aussagen „ist doch egal“ oder „Zero macht doch keinen Unterschied“ – sind immer noch verbreitet. Daran werden wir nichts ändern. Ich spreche es zwar immer wieder an und lasse bei solchen Aussagen auch die Getränke stehen – im Restaurant könnten die Tipps aus diesem Blogeintrag hoffentlich helfen.